Archiv 2007

Das doppelte Meisterstück oder 8. Dan : 2

Über 20 Übungsleiter der Aikido-Union Deutschland (AUD) nahmen an diesem Wochenende an zwei intensiven Trainingseinheiten unter der fachkundigen Leitung von Gerhard Mai und Dr. Stephan Gronostay, beide 4. Dan Aikido, teil. Die längste Autofahrt hatte zweifellos Rudi, welcher mit zwei seiner Schüler aus Slowenien angereist war.

Die beiden Meister leiteten diesen Förderlehrgang ab 1. Dan souverän und mit großem Engagement. Sie ergänzten sich sehr harmonisch und überzeugten durch viel didaktisches Geschick in der Vermittlung der prinzipiellen Inhalte der ausgewählten Aikidotechniken. Beide Lehrer waren selbst Anfang Mai für zwei Wochen unter intensiver Betreuung bei Kyoshi Rolf Brand in Lübeck, um noch einmal den letzten Feinschliff für ihre bevorstehende Prüfung zum 5. Dan zu bekommen.

Die empfangene Energie aus dem hohen Norden war ihnen stark anzumerken, denn beide jungen Meister sprühten nur so voller Tatkraft und ließen uns daran teilhaben.

Nach der üblichen Gymnastik und den spezifischen Vorübungen wurden einige Formen der klassischen Verkettungen geübt. Der Schwerpunkt lag vor allem auf einer präzisen und kraftlosen (aber dennoch effizienten) Führung der Angriffsenergie. Allerdings wurde ein Grundfehler wiederholt praktiziert: es wurde zu schnell trainiert. Dies erkannten die beiden Meister jedoch sofort und sprachen es umgehend an. Die Gefahr, dass sich jahrelang angewöhnte Fehler durch eine zu hohe Geschwindigkeitsausführung festigen, ist enorm hoch. Daher der gutgemeinte Ratschlag an alle Teilnehmer langsamer zu üben, um diese verborgenen Fehler aufzuspüren und zu korrigieren.

In der ersten Trainingseinheit wurden einige Formen der klassischen Verkettungen geübt. Alle Teilnehmer hatten somit die Gelegenheit ihre Grundtechniken zu überprüfen und weiter zu verbessern. Durch die eigene Unterrichtstätigkeit im heimischen Dojo kommen sie selbst nicht mehr so oft zum üben.

Der gemütliche Teil mit gemeinsamen Abendessen wurde im Gasthaus „Weisses Rössle" verbracht, wo die meisten der auswärtigen Lehrgangsteilnehmer auch übernachteten. Bei gutem Essen und geselliger Stimmung, verbunden mit lustigen Gesprächen, führte dies insgesamt zur Wohlfühlgarantie.

Am morgendlichen Sonntagstraining wurde die Gruppe dann in drei „Leistungsgruppen" -je nach Dangraduierung- eingeteilt, um gezielter auf die individuelle Förderung des Einzelnen eingehen zu können.

Die Shodan (1. Dan) übten sich hauptsächlich in der Führung des Angreifers mit dem Stab (Jo) und der Abwehr gegen Stabangriffe.

Die zweite Gruppe der Nidan (2. Dan) beschäftigte sich intensiv mit Hanmi-hantachi aus Schlagangriffen und anschließend mit der Messerabwehr.

Die 3. und 4. Dane konzentrierten sich weiterhin auf die restlichen Übungsformen der klassischen Verkettungen (wo es viele Knoten zu lösen gab ;-)) und mit der Abwehr gegen das Bokken (Schwerttechniken).

Die aufkommenden Probleme der einzelnen Teilnehmer bei der Bewältigung der Techniken wurden von den beiden Meistern mit viel Ausdauer und individueller Zuwendung gelöst. Jeder Danträger kam dadurch auf seinem persönlichen Weg wieder eine Stufe weiter. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön im Namen aller Teilnehmer an Gerhard und Stephan !

Ein ebenso großes Lob und Dankeschön gilt der eifrigen und fleißigen Lehrgangsleiterin Andrea Schwab-Mai und ihrer Truppe. Ohne ihre tolle Organisation wäre so ein Event gar nicht möglich. Obwohl Andrea ein paar Tage vor Lehrgangsbeginn kurzfristig die schon lange vorher reservierte Halle wegen Reinigungsarbeiten abgesagt wurde, behielt sie die Ruhe und den Überblick und fand eine wunderschöne Trainingshalle in Ochsenberg (bei Königsbronn), die für unsere Zwecke wie geschaffen war.

Auch das abschließende Stärkungsbuffet mit einer hervorragenden selbstgemachten Kartoffel-Bärlauch-Chili-Suppe ließ uns die Heimfahrt gut überstehen.
Mit zufriedenen Gesichtern und der Gewissheit wieder vieles auf dem Do des Aiki mitbekommen zu haben, ging es dann Richtung Heimat, um die aufgezeigten Inhalte und Korrekturen im eigenen Dojo umzusetzen.

Christian Laukant
TV Niederrad e.V.)
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