Archiv 2008

Der Bundeswochenlehrgang der AUD in Frankfurt/M

Der Höhepunkt des Aikidojahres 2008 war der Bundeswochenlehrgang in der letzten Juliwoche. In der Sportschule des Landessportbundes Hessen trafen sich 54 Aikidoka vom 4. Kyu bis zum 5. Dan, um unter der Anleitung von Dr. Björn Rahlf und Gerhard Mai, beide 5. Dan Aikido, zu trainieren.

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Harald Ketzer hatte als Lehrgangsleiter im Voraus perfekt geplant und organisiert. So lief der Check-in nach der anstrengenden Anreise bei sommerlicher Hitze für alle Teilnehmer reibungslos. Zusätzlich zu genauen Angaben zum Ablauf des Lehrgangs versorgte Harald alle Teilnehmer auch mit reichhaltigen Informationen zu regionalem Sightseeing, dem Frankfurter Nightlife und dem schnellsten Weg zum benachbarten Stadionbad für die tägliche Abkühlung in der Mittagspause.
Trotz großer Hitze inspirierten das Ambiente der Sportschule und die Vorfreude auf die folgenden Tage manche zu poetischen Gedanken: So schrieben Dr. Peter Holtmanns und Kerstin Fuchs aus Braunfels am ersten Tag, 27.07.2008, MEZ 15.00 Uhr, 32° C im Schatten:



Zum Bundeswochenlehrgang 2008


Die Aikidogemeinde der AUD macht sich auf den Weg,
nach Mainhattan in die Stadt mit dem eisernen Steg.

Aikodoka von nah und fern,
von Deutschlands Norden, Mitte, Süden,
trafen sich am Sonntag gern,
um in Frankfurt intensiv zu üben.

Harald mit Vertrauten,
die nichts dem Zufall überließen
und ein wunderschönes Dojo bauten,
konnten 54 Gäste grüßen.

Haralds Rede in der ersten Stunde
ließ uns nicht lange warten
und rief symbolhaft in die Runde
„lasst das F e u e r w e r k nun starten".

Alles schwitzt,
doch der Hakama sitzt !



An den folgenden Tagen gaben beide Lehrer beim intensiven Training ihr Bestes, um die Kopflastigkeit der Teilnehmer mehr in eine Bauchlastigkeit umzuformen. Intensives Schwitzen, fleißiges Wiederholen der Bewegungen und die ausführliche Vertiefung der Grundformen führten auch die Hartgesottenen an ihre Leistungsgrenzen und ließen alle weich und geschmeidig werden.

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Sven Lützen vom Aikido-Verein Segeberg erahnte schon am Montag, dem 28.07.2008, wie intensiv und ausfüllend die Trainingswoche werden wird, und schrieb zu diesem Tag:

„Der Montag startete mit dem Gefühl, eine Woche harte Arbeit, Anstrengung, aber auch eine ganze Menge Spaß vor uns zu haben.

Doch, wie jeder weiß, der schon einmal an einem BWL teilgenommen hat, geht so eine Woche erstaunlich schnell vorbei, wenn der ganze Tag mit kurzweiligem Aikidotraining ausgefüllt ist.

Und so sollte auch der Montag ablaufen. Schnell waren wir im Trainingsrhythmus und hatten Gefallen daran gefunden.

Ab Montag war dann auch das Bistro geöffnet. In großer Runde wurde der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen und in harmonischer und lustiger Atmosphäre wurden neue Bekanntschaften gemacht und alte aufgefrischt.

Ja, so konnte es weiter gehen.

Kleine Abwechslungen halten auch in einem gut strukturierten Trainingsalltag den Geist wach. So wurde der Dienstag durch die akrobatischen Übungen zum Erklimmen des Brunnens im Innenhof der Sportschule für das Posing beim Gruppenfoto bereichert.

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Auch wechselnde Temperaturen fördern die Anpassungsfähigkeit. So lernten alle Teilnehmer, die Klimaanlage im Dojo erst richtig zu schätzen, als diese ausgefallen war und sie ein richtiges „Shuchu-geiko" (=Sommertraining) zur Disziplinierung des Ego genießen konnten.


Peter Mackenzie aus dem Aikido-Dojo Stuttgart beschrieb den 2. Trainingstag wie folgt:
„Kaum hat man sich an einen Rhythmus gewöhnt, kommt schon wieder eine Veränderung: Gruppenfoto. Das erste Training ohne Klimaanlage, mehr Schweiß war vorprogrammiert. Nachmittags: Waffentraining. Was haben wir gelernt- der Stab ist immer im Weg. Nach dem täglichen Kata-Training spiegelten sich abends auf der Terrasse auch verschiedene Formen in der Sprache wieder."

Zum Mittwoch schrieben Isi Morgenstern vom TSV Musberg und ein Aikidoka aus Owschlag ergänzend ihre Lehrgangseindrücke:
„Vormittags stand Koshi-nage gegen verschiedene Angriffe an. Die Schweißproduktion konnte dabei leider nicht gesteigert werden – das lag an der wieder eingeschalteten Klimaanlage.

Nachmittags übten wir die vorgeschriebenen Techniken gegen verschiedene Angriffe mit dem Messer. Unter tropisch-schwülen Bedingungen kamen wir den angestrebten flüssigen Ausführungen nahe.

Im all-abendlichen Kata-Training wurden die ersten drei Katas abschnittweise, sozusagen Kata-Strophe für Kata-Strophe erarbeitet."

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass trotz der täglichen Anstrengungen und Aha-Erlebnisse auf dem Weg des Aiki auch das gemeinschaftliche Zusammensein eine sehr wichtige Rolle gespielt hat. Allabendlich war der Besuch im Bistro ein Muss und stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl der Teilnehmer.
Der Donnerstag diente der Regeneration, nachdem der dritte Tag der Woche, der Mittwoch, an dem die Kondition den Tiefpunkt erreicht hat, erfolgreich überwunden war, und der Körper sich an die tägliche Bewegung gewöhnt hat.


Zum Donnerstag schrieb Sascha Pihan aus dem TV Niederrad:
„Der dritte Tag ist vorbei und damit auch der Muskelkater, der sich jeden Abend nach und während des Katatrainings bemerkbar machte. Es ist erstaunlich, dass sich die „Dritter-Tag-Regel" jedes Mal wieder bestätigt. Wie immer startet das Morgentraining mit einem kurzen Aufwärmen, danach Kote Gaeschi und Vorbereitung auf Kokyu Nage.

Die Mittagspause genießen wir mit Sonnenschein und leichten Temperaturen. Da fällt es schwer, wieder ins Dojo zu kommen, um zu trainieren. Während des Katatrainings dürfen wir uns die Katas der Prüflinge ansehen. Eine gern angenommene Pause, die uns wieder ermutigt, weiter zu machen."

Donnerstag war auch der Tag der Technischen Kommission. Nach einer ausführlichen Sitzung an einem der Vorabende trafen sich vor dem Nachmittagstraining die diesem Gremium angehörenden Meister – alle nahmen am Wochenlehrgang teil -, um über die Festlegung der für die Prüfung auf den 4. Dan Aikido zu zeigenden Techniken zur Abwehr von Angriffen mit dem Bokken zu beraten. Mit Hilfe der Vorarbeiten von Gerhard und Björn, die im Voraus schon eine Auswahl guter Techniken vorgestellt hatten, konnte sich die Technische Kommission auf eine ansehnliche und repräsentative Anzahl von Techniken gegen drei verschiedene Angriffsarten mit dem Bokken einigen. So konnte der Prüfungsordnung für Dangrade der AUD ein wichtiger Baustein zugefügt werden.

Allen Teilnehmern wurde am Donnerstag auch klar, dass auch der Endspurt der Woche fast erreicht war: Der Freitag, der letzte und ereignisreichste Tag der Woche stand unmittelbar bevor. Andreas Recke aus dem Aikido-Club Lübeck fasst seine Eindrücke dieses Tages wie folgt zusammen:

Freitag, der 1. August, oder "Der Tag der Wahrheit". Auf dem Programm standen morgens zunächst "Kleinkram" - womit das alte neue Thema Irimi Nage versus Kokyu Nage versus Tenchi Nage sowie einige Exoten gemeint waren - und nachmittags Schwerttechniken aus dem frisch normierten Prüfungsprogramm der AUD.

Die zweite Trainingseinheit wurde extra vorverlegt, damit später am Nachmittag die Prüfungen auf die Dangrade beginnen konnten. Angetreten waren sechs auf den 1. Dan und drei auf den 2. Dan. Nach fast einer Woche Anspannung war es soweit. Auch wenn drei Prüflinge es diesmal noch nicht geschafft haben - lasst Euch davon nur nicht ins Bockshorn jagen!!! - konnten wir am Ende sechs neuen Dangraden zu ihrer bestandenen Prüfung gratulieren. An dieser Stelle sei auch noch einmal hervorgehoben, dass der älteste Prüfling seinen 2. Dan mit 68 Jahren bestanden hat und den Vergleich mit manch jüngerem nicht die Spur zu scheuen brauchte!

Das Highlight am Abend war Artus, der uns mit Gitarre und Gesang eigens von ihm komponierte Stücke vortrug. Trotz des anfänglichen Misstrauens ("müssen wir da etwa mitsingen?") eroberte er mit dem Lied über die "Leere" im Aikido unsere Herzen im Sturm. Vielleicht geht seine Hoffnung ja auf, dass beim nächsten Wochenlehrgang noch mehr künstlerisch Begabte am letzten Abend für Stimmung sorgen. Vielen Dank an unsere Lehre Björn und Gerhard für das "Feuerwerk", das sie für uns in dieser Woche gemeinsam gezündet haben, und ganz besonders an Harald, der die Mühen der Lehrgangsorganisation auf sich genommen hat."

Zusammenfassend kann gesagt werden:
Der Bundeswochenlehrgang war ein voller Erfolg: Sechs neue Aikido-Meister, viele neue Lernerfahrungen und persönliche Anregungen für das eigene Training, ein Spitzenteam als Lehrer, die sich sehr gut abgestimmt und ergänzt haben, viele neue Freundschaften und nette persönliche Erfahrungen mit anderen Aikidoka, die erfolgreiche wiederholte Überwindung des eigenen Schweinehundes und eine perfekte Organisation durch den Lehrgangsleiter. Dieses sommerliche Feuerwerk an positiven Erlebnissen und Erfolgen spiegelte sich in dem donnernden Applaus, den die Lehrer Björn und Gerhard und der Lehrgangsleiter Harald nach dem letzten Training von den Teilnehmern bekamen.

Ich freue mich schon auf den Sommer 2009, wo sich hoffentlich wieder so eine große und nette Gruppe zum gemeinsamen Trainieren, Feiern und Geselligsein auf dem Bundeswochenlehrgang trifft.

September 2008
Stephan Gronostay, Präsident der AUD
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