Archiv 2005

Hohe Dan-Grade für verdiente Aikidoka

8. Dan Aikido für Rolf Brand und Erhard Altenbrandt, 6. Dan Aikido für Eckhard Claaßen

Die Technische Kommission legte den Delegierten der 3. Hauptversammlung am 16. Oktober 2004 die Anträge vor, drei hoch verdiente Meister mit dem nächst höheren Dan-Grad auszuzeichnen. Nach positiver Abstimmung können wir an dieser Stelle aufs Herzlichste Rolf Brand und Erhard Altenbrandt zum 8. Dan Aikido, Eckhard Claaßen zum 6. Dan Aikido gratulieren.

Betrachtet man die Aikido-Vitae der drei Meister, so beeindruckt es sehr, wie die japanische Selbstverteidigungskunst beherrschendes Lebensthema über Jahrzehnte geworden ist. Herausstellen möchte ich, dass ihr langjähriger Einsatz für Aikido in ehrenamtlicher Funktion geschah und Zurückstellung beruflicher und familiärer Interessen bedeutete. Das Ehrenamt erweist sich dabei nicht nur als arbeitsintensive Verpflichtung, sondern auch als große Verantwortung gegenüber den zahlreichen Schülern, die ihrerseits als Aikido-Lehrer wiederum zahllose Schüler herangezogen haben. So konnten die drei Meister zur Verbreitung des Aikido in Deutschland entscheidend beitragen. Das erforderte nicht nur Hingabe an die Sache, sondern auch mit intensivem Ki gepaartes Durchsetzungsvermögen und vielfältiges Organisationstalent auf Vereins-, Landes- und Bundesebene. Wir alle, die wir die komplexen Anforderungen von Beruf und Privatleben in unserer heutigen schnellen Zeit kennen, stehen geradezu ehrfürchtig vor dieser gewaltigen Lebensleistung. Die drei Meister können uns in vielen Bereichen ein leuchtendes Vorbild sein.

Die detaillierten Vitae der drei Geehrten kann man auf unserer Homepage unter der Rubrik "Technische Kommission" nachlesen. Ihre vollständige Wiedergabe an dieser Stelle würde den Rahmen meines Artikels sprengen. Einige Meilensteine auf dem langen Do seien aber hier vorgestellt.

Rolf Brand wurde 1932 in Hamm/Westfalen geboren und blieb dem norddeutschen Raum treu. Er studierte auch andere Budo-Disziplinen wie Judo, Karate, Taekwon-do und zuletzt T´ai Chi Ch´uan. In Judo erlangte er den 1. Dan bereits 1962, später gefolgt vom 1. Dan Aikido 1969. Den vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg des Aiki markierte die Verleihung des 7. Dan Aikido 1995. Im Laufe seines Budo-Lebens erwarb er mehrere Lizenzen. Zahlreiche Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften im In- und Ausland wurden ihm zuteil, stellvertretend genannt sei das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Seine vielen Fachveröffentlichungen waren und sind uns eine große Hilfe, besonders sein Standardwerk "AIKIDO - Lehren und Techniken es harmonischen Weges".

Rolf Brand war und ist in bedeutenden Funktionen auf Vereins-, Landes- und Bundesebene tätig und hat sich so um die Verbreitung des von O Sensei Morihei Ueshiba geschaffenen Aikido in beispielloser Weise verdient gemacht. Er fungiert z.B. seit fast 25 Jahren als 1. Vorsitzender des Aikido-Clubs Lübeck e.V., auf Landesebene nahm er zahlreiche Aufgaben in unserem nördlichsten Bundesland an, zuletzt die Gründung des Aikido-Dachverbandes Schleswig-Holstein e.V. in 2004. Für Aikido in der Bundesrepublik möchte ich herausheben seine Arbeit ab 1977 als Präsident und zuletzt Ehrenpräsident des Deutschen Aikido-Bundes e.V., die abgelöst wurde von seinem großen Einsatz zur Gründung unserer AUD im Frühjahr 2002. Hier profitieren alle Mitglieder von seinem unerschöpflichen Aikido-Wissen, seiner unermüdlichen Tätigkeit als Berater in vielen Sachfragen und seiner persönlichen Hilfe als väterlicher Freund. Als großartig gelten seine Qualitäten als Aikido-Lehrer, was alle gern bestätigen, die ihn auf der Trainingsmatte erlebt haben. Hier spürt man, abgesehen von den überragenden technischen Fähigkeiten, sein einzigartiges Charisma. Seine Entwicklung der 3. Aiki-no-Kata (Form der Nage-Waza sowie der Synthese ihrer Prinzipien im Stand) stellt für uns ein besonderes Geschenk dar.

Erhard Altenbrandt wurde 1939 in Offenbach am Main geboren, konnte also in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag feiern. Er fand seinen Wirkungskreis im süddeutschen Raum. Über Judo lernte er Aikido kennen: dem 2. Dan Judo 1968 folgte der 1. Dan Aikido bereits 1970. Der 7. Dan Aikido war die vorläufige Krönung seiner eindrucksvollen Budo-Laufbahn im Jahr 1997. Zu seinen Lizenzen gehören der Fachübungsleiter für Aikido des DSB und der Prüfer für Kyu- und Dan-Grade der AUD. Er erfuhr viele Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften, zuletzt wurde er vom Aikido Klub 1994 Maribor in Slowenien zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Erhard Altenbrandt war und ist mit seiner ihm eigenen Energie aus der Entwicklung des Aikido in Deutschland nicht wegzudenken. Nicht nur die Gründung und Leitung einiger bedeutender Aikido-Vereine ist hier zu nennen, sondern auch der Aikido-Verband Baden- Württemberg, der auf seine Initiative bereits 1977 entstand und dessen Vorsitz er über 20 Jahre innehatte. Neue Strukturen schuf er mit der Aikido-Union Baden-Württemberg e.V. im Jahre 2002. Auf Bundesebene ist er untrennbar verbunden mit der Entstehung des Deutschen Aikido-Bundes e.V., als dessen Vizepräsident (Technik) er über zwei Jahrzehnte fungierte. Als Bundestrainer hat er hier zahllose Lehrgänge gegeben und stilbildend gewirkt. Auch Erhard Altenbrandt ist Mitbegründer unserer AUD und für uns alle ein großer Gewinn. Als Vorsitzender der Technischen Kommission bekleidet er eines der wichtigsten Ämter unseres Verbandes. Als Aikido-Lehrer besitzt er eine besonders starke Ausstrahlung, die viele Aikidoka gern von weit anreisen lässt. Es sind nicht nur seine herausragenden technischen Fertigkeiten, die beeindrucken, sondern auch die methodisch-didaktische Qualität seines Unterrichts. Zu seiner Beliebtheit tragen auch seine Herzlichkeit und Begeisterungsfähigkeit für die Sache des Aiki wesentlich bei.

Eckhard Claaßen wurde 1937 in Marienburg/Westpreußen geboren. Für die Verbreitung des Aikido im Hamburger Raum wurde er von entscheidender Bedeutung. Er begann sein Aikido-Studium vor 35 Jahren bei Rolf Brand und konnte die Prüfung zum 1. Dan 1975 ablegen. Auf der 11. Bundesversammlung des Deutschen Aikido-Bundes e.V., dessen Gründung Eckhard Claaßen aktiv unterstützt hatte, konnte er 1997 die Graduierungsurkunde zum 5. Dan Aikido entgegennehmen. Er besitzt Lizenzen als Fachübungsleiter für Aikido des DSB und als Prüfer für Dan- und Kyu-Grade der AUD.

In über drei Jahrzehnten hat sich Eckhard Claaßen auf mehreren Ebenen für die Verbreitung des Aikido fleißig engagiert. Charakteristisch für ihn ist seine Kontinuität. So hat er seit 1971 das Ehrenamt des Abteilungsleiters und Haupttrainers bei der Hamburger Turnerschaft Barmbeck-Uhlenhorst e.V. inne. Bis heute ist er Technischer Leiter und Regionaltrainer des Aikido-Verbandes Hamburg e.V., und 15 Jahre fungierte er als Bundesreferent für Prüfungswesen beim DAB. Die Technische Kommission der AUD darf ihn zu ihren Mitgliedern zählen. Ein weiteres wichtiges Charakteristikum stellt seine Zuverlässigkeit dar. Einer seiner Meisterschüler erzählte mir einmal: "Nie bin ich den weiten Weg vergeblich gekommen, nie ist ein Training ausgefallen, Eckhard war immer da!"

Wir verbinden unsere Gratulation mit den besten Glückwünschen für ein langes Leben bei guter Gesundheit, so dass wir die drei hocherfahrenen Meister oft als Lehrer im Dojo erleben dürfen und möglichst viel an Erkenntnissen mit nach Hause nehmen können.

Auf viele gemeinsame Aikido-Jahre!

Dr. Dirk Bender
Präsident der Aikido-Union Deutschland e.V.
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